Extrem laut und unglaublich nah
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- Geschrieben von Christina Schügerl
Die Literaturverfilmung „Extrem laut und unglaublich nah“ ist in der Kategorie „Bester Film“ für den Oscar nominiert. Es geht um den jungen Oscar, der versucht, mit dem Tod seines Vaters, im World Trade Center, fertig zu werden.
Mit Gewinnspiel! :-)
Der junge Oscar (Thomas Horn), verliert zu Beginn des Films „Extrem laut und unglaublich nah“ seinen Vater, gespielt von Tom Hanks. Dieser befand sich am 11.September 2001 in einem der Türme des World Trade Centers. Oscar kann sich nicht damit abfinden, dass sein geliebter Vater so plötzlich aus seinem Leben verschwunden sein soll. Er begreift einfach nicht, warum ihm so ein schreckliches Unrecht widerfährt. Oscars Mutter (Sandra Bullock) schottet sich immer mehr ab. Als der Junge einen mysteriösen Schlüssel in den Sachen seines Vaters findet, lässt ihn die Frage nach dem zugehörigen Schloss nicht mehr los. Oscar beginnt eine Reise, die ihn quer durch das traumatisierte New York führt. Er spricht mit den verschiedensten Menschen, immer in der Hoffnung, Hinweise auf das fehlende Schloss für den Schlüssel zu bekommen.
Eine Geschichte mit Potential
Wie so oft, wurde hier ein erfolgreicher Roman verfilmt. Das gleichnamige Buch von Amerikaner Jonathan Safran Foer, schaffte es auf die
verschiedensten Bestsellerlisten. Buchverfilmungen sind immer beliebt in Hollywood. Doch trotz der erfolgreichen Vorgabe, fehlt dem Film Herz und Gefühl. Die Geschichte ist wirklich gut, und sollte auch erzählt werden. Es ist eine neue Art, das Drama um den 11.September aufzuarbeiten. „Extrem laut und unglaublich nah“ hat aber nicht das Zeug dazu, der Film wird dem Buch nicht gerecht. Bis zum Schluss schaffen es die Schauspieler nicht, wirkliche Emotionen zu transportieren. Der Film wirkt konstruiert und berechnend. Trotz Oscarpreisträgern Tom Hanks und Sandra Bullock, will der Streifen einfach nicht in Fahrt kommen. Man wartet und wartet, doch der Film kratzt immer nur an der Oberfläche. Obwohl es sich um ein sehr emotionales Thema handelt, wirkt die Geschichte zu amerikanisch, ja zu positiv dargestellt. Von Anfang an ist klar, dass der Junge eine schwere Zeit durch macht, aber das Happy End in greifbarer Nähe ist. Es ist von Wundern und Zeichen die Rede, das wäre auch passend für den jungen Oscar, würde sich dieser nicht wie ein unverbesserlicher Realist benehmen. Der Film erweckt den Eindruck, dass er gewaltvoll auf die Tränendrüse drücken möchte, da hilft auch die wirklich solide Darstellung des Neulings Thomas Horn nicht. Die Traurigkeit ist einfach zu angestrengt und klischeehaft um als authentisch wahrgenommen zu werden. Fazit: „Extrem laut und unglaublich nah“ ist ein sehr langatmiger und unspektakulärer Film, einem Oscar leider nicht würdig.
Oscar ist Programm
Trotz all dieser Kritik, hat es „Extrem laut und unglaublich nah“ geschafft, für zwei Oscars nominiert zu werden. Für die Kategorie „Bester Film“ und Max von Sydow für die Kategorie „Bester Nebendarsteller“. Generell ist der Oscar Programm, und da ist nicht nur der kleine Junge im Film gemeint. Alles deutet darauf hin, dass bei diesem Film alles unternommen wurde, um auch mit Sicherheit, im Februar bei den jährlichen Academy Awards erwähnt zu werden. Die Darsteller Tom Hanks und Sandra Bullock haben ihn bereits gewonnen. Auch der Regisseur Stephen Daldry ist kein Unbekannter, er war bereits drei Mal, mit "Billy Elliot", "The Hours" und "Der Vorleser", für den Oscar nominiert. Auch Drehbuchautor Eric Roth war bis jetzt unglaublich erfolgreich. Er schrieb die Drehbücher zu Filme wie „Der unglaubliche Fall des Benjamin Button“, „München“ oder „Forest Gump“. Und so könnte das Spiel im gesamten Produktionsteam weitergehen. Es liegt also auf der Hand, dass dieser Film für die Oscarverleihung gemacht wurde. Favorit ist er trotz der hochkarätigen Crew keiner. Er wird wohl Ende Februar leer ausgehen.
Der Oscar-Fluch
Man munkelt, die Siegerinnen der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ sind verflucht. Eine wissenschaftliche Studie fand heraus, dass die Ehen der Siegerinnen oft von kürzerer Dauer sind, als die ihrer mitnominierten Kolleginnen. Letztes Opfer dieses Fluches war Sandra Bullock. Sie gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Darbietung in „The Blind Side“. Kurz nach dem Gewinn baute sich ein riesiger Skandal um sie und ihren damaligen Mann, der mehrmals untreu war, auf. Ganz nach dem Prinzip „Glück im Spiel, Pech in der Liebe“ gingen auch die Beziehungen der früheren Gewinner in die Brüche. Dazu zählen Hilary Swank, Reese Witherspoon, Julia Roberts, Kate Winslet und Halle Berry. Anscheinend betrifft dieser sogenannte „Fluch“ nur die Damen, man nimmt an, dass der Erfolg und die öffentliche Aufmerksamkeit, die der Frau zugutekommt, der Beziehung schaden. Vielleicht verkraftet es aber auch einfach das männliche Ego nicht, dass die Geliebte an seiner Seite mehr Erfolg hat.
Der Oscar verpflichtet
Hat man den begehrten Preis gewonnen, so beleuchtet die ganze Welt die nächsten Filmprojekte. Charlize Theron konnte ihrem Gewinn für die Rolle in „Monster“ leider nie wieder gerecht werden. In keinem weiteren Film schaffte sie es, an ihre früheren Erfolge anzuknüpfen. Auch Gwyneth Paltrow ging es ähnlich, trotz Oscar für ihre Darbietung in „Shakespeare in Love“, muss sie sich nun mit einer Gastrolle in der Fernsehserie „Glee“ begnügen. Ebenso sind Kritiker der Meinung, dass Schauspieler wie Catherine Zeta-Jones, Penélope Cruz, Mel Gibson, Kim Basinger, und Kevin Costner, keinen Oscar verdient gehabt hätten. Auf Platz eins dieser Liste, laut der Internet Filmdatenbank IMDb zumindest, steht aber Sandra Bullock. Bekannt ist die U.S.-Schauspielerin durch ihre Vielzahl an romantischen Komödien wie „Das Haus am See“, „Ein Chef zum verlieben“ oder „Während du schliefst“. Dramen sind eher weniger ihr Metier. Trotzdem oder gerade deshalb, konnte sie 2009 mit „The Blind Side“ überzeugen. Ihr nächstes Filmprojekt nach diesem einschlägigen Erfolg, war gleich wieder ein Drama. Ob Zufall oder nicht, ist es möglich, dass Sandra Bullock den Komödien abgeschworen hat? Vielleicht ist es klüger, ihre Karriere nicht ausschließlich auf Dramen zu beschränken. Denn bei dem Film „Extrem laut und unglaublich nah“ hat es wohl nicht geklappt, mit dem erwarteten Erfolg.
Filminfos
Regie: Stephen Daldry
Genre: Drama
Land: USA
Länge: 129 min
Bewertung: 6,5 von 10
Trailer:
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