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Schweigen ist Gold

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Geschrieben von Delphine Kristofics-Binder
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artist1 c Filmladen FilmverleihDer preisgekrönte, französische Regisseur Michel Hazanavicius kehrt mit „The Artist" zu den Wurzeln des Kinos zurück und überlässt den Bildern das Sprechen. Das eindrucksvolle Ergebnis: Ein stummer Aufschrei im Medienzeitalter der Reizüberflutung. UNIMAG verlost 3 CDs des Original-Soundtracks.

 

Wie lief eine Kinovorführung in den 20er Jahren ab?

Diese Frage beantwortet uns der Film gleich in den ersten Minuten. In einem bis auf den letzten Platz gefüllten Theatersaal richten sich alle Köpfe Richtung Bühne, auf der sich eine große Kinoleinwand befindet. Als der Film aus ist, kann sich das Publikum vor Begeisterung kaum in den Sitzen halten und spendet minutenlangen Beifall. Schließlich tritt der Hauptdarsteller des zuvor gezeigten Films auf die Bühne und lässt sich vom wild applaudierenden Publikum feiern. Der Saal bebt. Zumindest gehen wir Kinozuseher aufgrund der Bilder, die wir sehen, davon aus. Hören können wir es nicht.

 

The Artist

artist2 c Filmladen Filmverleih

Denn anders als wir es heutzutage gewohnt sind, verzichtet der französische Film „The Artist" (fast) 
komplett auf den Einsatz von Tonelementen. Wortlos, aber keinesfalls stumm, erzählt der Film vom Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm in den 20er Jahren. Das Aufeinandertreffen dieser zwei Epochen und die damit einhergehenden Veränderungen und Schwierigkeiten thematisiert Regisseur Michel Hazanavicius sowohl inhaltlich, als auch ästhetisch. Er erzählt uns vom gefeierten Stummfilmstar George Valentin, der sich dagegen weigert, den Fortschritt des Kinos zu akzeptieren und daran zu zerbrechen droht. Parallel dazu beobachten wir die aufstrebende Nachwuchsschauspielerin Peppy Miller, die zum Shootingstar des Tonfilms avanciert und sich innerhalb kürzester Zeit zum Publikumsliebling entwickelt. Während George die personifizierte Angst vor Veränderung und Fortschritt darstellt, lebt Peppy den Traum vom Aufstieg des unbekannten Mädchens („Who's that girl?" fragen sich die Journalisten anfangs) zum gefeierten Star. Der Inhalt des Films spiegelt sich in dessen Darstellungsweise wieder, was „The Artist" zu einem zauberhaft gestalteten Meisterwerk macht. Dabei wirkt er niemals wie eine Kopie, oder gar Parodie der Stummfilmära, sondern erscheint viel eher als Hommage an jene Zeit des Films, in der weder 3D-Effekte, noch andere digitale Hilfsmittel nötig waren, um eine Geschichte überzeugend erzählen zu können.

Please be silent behind the screen

artist3 c Filmladen Filmverleih

Immer wieder fallen dem aufmerksamen Zuseher provokative Schriftzüge auf Plakatwänden oder Straßenschildern auf. Die bewusst eingesetzten Anspielungen auf das geschriebene Wort führen uns vor Augen, dass Informationen auch lautlos transportiert werden können. „Please be silent behind the screen" liest man beispielsweise in einem Kinosaal, in dem gerade ein Stummfilm läuft. Mit viel Liebe zum Detail und einem Augenzwinkern lässt der Regisseur die Ästhetik der 20er Jahre auferstehen und schafft es trotzdem, modern und fortschrittlich zu wirken. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Konflikt zwischen dem Altbewährten (Stummfilm-personifiziert durch George Valentin) und dem Neuen, Aufregenden (Tonfilm-personifiziert durch Peppy Miller). Ob am Ende ein Kompromiss gefunden werden kann, oder ob es zur großen Katastrophe kommt, das sollte sich jeder selbst im Kino ansehen.

 

Ganz und gar nicht farblose Protagonisten

Verkörpert wird der charismatische Held George Valentin vom französischen Schauspieler Jean Dujardin, der sich im Gegensatz zu seiner Filmfigur keine Sorgen um seine Karriere machen muss. Am 15. Jänner dieses Jahres wurde er als bester männlicher Hauptdarsteller in einer Komödie mit dem Golden Globe ausgezeichnet und ist nun auch für den Oscar nominiert. Seine Kollegin Bérénice Bejo, die als sympathische und aufgeweckte Peppy Miller glänzt, konnte sich bisher noch nicht über eine Auszeichnung freuen, ist jedoch als beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert. Die französische Schauspielerin mit argentinischen Wurzeln ist mit Michel Hazanavicius, dem gefeierten Regisseur des Films, verheiratet und fiebert an seiner Seite der diesjährigen Oscar-Verleihung entgegen. Nach drei Golden Globe-Auszeichnungen ist „The Artist" für nicht weniger als zehn Oscars nominiert.

 

Am 26. Februar 2012 wird es bei der Vergabe der Academy Awards im Kodak Theatre in Los Angeles also spannend für das erfolgreiche Paar. Dass Rückschritt oft auch Fortschritt bedeuten kann, beweist uns „The Artist" in jedem Fall. Bleibt zu hoffen, dass die Academy den mutigen Schritt des Ausnahmeregisseurs zu würdigen weiß!

Trailer: 

 

 

the artist CD

„The Artist" Soundtrack zu gewinnen

Große Chancen auf einen Oscar hat „The Artist" auch in der Kategorie für die beste Musik.Wir verlosen 3 Exemplare des großartigen Soundtracks von Ludovic Bource. Beantwortet einfach die unten stehende Frage richtig und mit ein bisschen Glück gehört die CD euch!

 

 

 

 

 

 

GEWINNSPIEL:

 

Gewinnspiel ist geschlossen, die Gewinner werden in Kürze informiert! Danke fürs mitmachen.

 

 

Ein kleiner Vorgeschmack:

 

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