Don't believe the hype!
- Details
- Geschrieben von Michael Hinterseer
In dieser Rubrik nehmen wir uns die Radiolieblinge und Chartstürmer vor und prüfen, was das Album wirklich zu bieten hat.
Diesen Monat: James Morrison – „The Awakening“
| Track | Die bessere Alternative |
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In my dreams |
Damien Rice - Coconut skins |
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6 Weeks |
Remy Shand – Take a message |
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I wont let you go |
Cat Power - Aretha, sing one for me |
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Up |
The Swell Season – The rain |
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Person I should have been |
Bill Withers - Grandma's Hands |
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Say something now |
Glen Hansard - Say It To Me Now |
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Slave to the music |
The Temptations - Papa Was A Rolling Stone |
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Beautiful life |
Amy Winehouse - Tears Dry On Their Own |
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Forever |
Mando Diao - Gloria |
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The awakening |
Simply Red - Stars |
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Right by your side |
Aretha Franklin - Natural Woman |
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One life |
Clueso - Chicago |
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All around the world |
The Fugees - Ooh La La La |
James Morrison, der wuschelköpfige Brite mit Rod-Stewart-Gedächtnisstimme, liefert mit „The Awakening“ das dritte Studioalbum ab. Er ist einer dieser Sänger, den von kleiner Schwester bis Omi alle gerne hören – so zum entspannen und ja, auch ein bisschen zum träumen.
Pop bis zur Schmalzgrenze - mit einem Hauch „Soul“
‚In my dreams‘ fackelt nicht lange herum und kommt sofort auf den Punkt: Erst Gitarre, dann Schlagzeug, dann Morrison, dann der ganze Apparat. Die Platte groovt sich ein und macht gleich klar, womit man es zu tun hat: Ein Sammelsurium aus Bekanntem. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht „reinhören“ muss. Die Kehrseite ist Auswechselbarkeit.
‚6 Weeks‘ ist gleich der erste Bremser. Soul ohne Soul, aber mit viel „Mhhh...“ und „Ohhh!“. Hintenraus groovts noch ein bisschen. Danke, der nächste bitte!
Eine Ballade also. Mit einem Hang zur Süßlichkeit und braven Backing Vocals, die immer schön nachsingen, was der James säuselt (‚I won't let you go‘). Spätestens hier hat er dann aber den Bonus der charakterlich wertvollen Stimme, die über die ideenlose Instrumentalisierung hinwegretten soll, ausgereizt.
‚Up‘ ist ein Feature mit Jessie J. Das schaukeln die beiden sehr gut, es erinnert zwar stark an ‚Broken Strings‘ – aber endlich wird das Stimmpotential ausgenutzt. Die Streicher übernehmen diesmal den Hauptteil des Songs – das passt.
‚Slave to the music‘ ist dran, und jetzt kommts: Hier gibt’s nichts zu motzen. Mit 'ner gesunden Mischung aus Funk und Motown geht auch dem guten James das Herz auf und er läuft zu Hochform auf. Groovewechsel, eine echte Bridge und rein in den Refrain. Und der bleibt auch im Kopf. So, jetzt aber schnell die Bremse rein, sonst läuft die Oma warm. ‚Person I should have been‘ hat schon einen schlechten Start: Groove aus der Maschine, darüber etwas, was mal spanische Gitarre war - und dann wieder die Streicher. James, nicht jedes Lied braucht Streicher.
Nummer 7 – Schmalz pur, Nummer 8 ist das, was Mütter als „frech“ bezeichnen. Also gleich weiter zu etwas erfreulicherem: Nummer 9 groovt, da geht’s in Richtung Winehouse mit nem Hauch BritGain. Man merkt, dass ihm solche Nummern Spaß machen. Die 10, ‚The Awakening‘, ist bestimmt von Simply Red (kennt die noch jemand?). Solide Nummer, wird als Titelsong dem Album gerecht. ‚Right by your side‘ und ‚One life‘ geben sich die Hand und steuern in den Hafen der Schnulzen ein, wobei letztere Nummer einen doch Ohrwurmfähigen Refrain hat. Das Grande Finale übernimmt ein Reggae-artiger Song, der wirklich cool und catchy ist. Leider, leider singt der Gute so dermaßen fistelig und penetrant „Lalalala“ drüber, dass man ganz traurig werden könnte.
Wie aus dem Nichts kommt die Kehrtwende
Na gut, denkt sich der geneigte Hörer und schiebt die CD zum ‚Kaffee und Kuchen – Best of‘. Doch halt, das ist vorschnell – 4 Bonustracks gibt’s noch und die sind essentiell: Livemitschnitte. Und siehe da, es geht doch! Obwohl es die gleichen Songs sind - da treibt es plötzlich, da ist Soul, da ist handgemachte, ehrliche Musik und da ist James Morrison. Die vier Tracks überragen die CD um Längen, so dass man sich fragen muss, warum es überhaupt immer ein Studioalbum sein muss.
Fazit – ‚The Awakening‘ ist nicht schlecht - etwas langweilig vielleicht. Man hätte ruhig noch mehr Gas in Richtung Funk und Soul geben können und dafür die ein- oder andere Ballade streichen. Reinhören lohnt sich also auf alle Fälle.



