Romeo und Julia - im Burgtheater
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- Geschrieben von Tanja Kling
Am 29. Oktober 2011 feierte die Inszenierung von Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ im Burgheater Premiere. Bis Ende Jänner kann man die Aufführung noch besuchen und sich ein eigenes Bild davon machen, wie die versuchte Modernisierung des klassischen Werks gelungen ist.
Romeo, oh Romeo..
Seit der Veröffentlichung des Originalstücks von Shakespeare im Jahre 1597 gab es etliche Inszenierungen, Verfilmungen und Modernisierungen, die sich mit dem Stück befasst haben. Auch Regisseur David Bösch hat sich an Romeo und Julia gewagt und hat es ganz im Sinne der Jugend inszeniert.
Schnick, Schnack, Schnuck
Etwas befremdend waren die Szenen, in denen Romeo mit seinen Freunden und mit Julia Schnick, Schnack, Schnuck spielte. Was auch
immer der Regisseur damit ausdrücken wollte, wir kamen nicht dahinter. Auch manch andere Szenen riefen Stirnrunzeln hervor und die Frage, ob der Regisseur bei seiner Inszenierung vielleicht einen Tick zu jung gedacht hat. Positiv fielen dagegen die Schauspieler auf. Besonders Mercutio, der von Fabian Krüger dargestellt wurde, überzeugte durch seine Performance und Ausstrahlung auf der Bühne. Yohanna Schwertfeger, die Schauspielerin der Julia, überzeugte zwar, verursachte aber dank der extrem kindlichen Rolle ab und an einen Anfall von Fremdschämen beim Zuschauer. Dennoch konnte man sich ihrer Sympathie nicht verweigern. Auch Daniel Sträßer als Romeo ist mal verzweifelt, mal liebestoll und durchgeknallt, aber in jeder Linie glaubwürdig.
Tolle Atmosphäre, aber dennoch kleine Mankos
An den Darstellern liegt es also nicht, dass sich Liebhaber des Klassikers in mancher Szene die Haare
raufen werden. Noch weniger an dem fantastischen Bühnenbild des Burgtheaters. Echtes Wasser, welches sich im Kerzenlicht an der Decke spiegelt, hervorragende Ausleuchtung und Akustik. Das Lied „Consequences“ von The Notwist begleitet durch das ganze Stück und lässt Gänsehaut-Feeling entstehen. Vielleicht sind es also doch die unbequemen Sitze des Burgtheaters, die einen zu oft in die Realität zurückholen. Vielleicht sind es auch Sätze wie „Du geile Gans“, die Skepsis hervorrufen. Aber wenn man über all die feinen Ungereimtheiten hinwegsieht und etwas Toleranz mitbringt, lohnt sich das Stück allemal. Für fanatische Vertreter der Shakespeare-Version heißt es aber: Finger weg! Alle andern werden sicher gut unterhalten werden.




