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Kreta – (K)eine Partyinsel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Maria Ratzinger   
10.06.2008
ImageVor sieben Jahren entdeckte ich Kreta. Nicht, dass ich den Namen nicht schon vorher kannte, für mich war es aber nur eine von vielen griechischen Inseln wie Kos oder Rhodos.
Die Dame im grelltürkisen Last Minute Reisebüro entwickelte eine übernatürliche Ruhe, als sie das Hotel mit gleich angrenzendem Strand im Süden der Insel und „supernetter“ Bucht empfahl, obwohl das Telefon hinter ihr zwanzig Minuten lang durchgehend läutete.

ImageDie Option:
Dieses oder ein All Inclusive Hotel in Flughafennähe. Das Letzteres nicht gebucht wurde, verdanke ich keiner Münze sondern meinem Credo „Niemals All Inclusive“. Als ich drei Tage später in Heraklion im Bus des Reiseveranstalters saß und die ersten Gäste bereits nach zwanzig Minuten im bunt beleuchteten Resort der sprichwörtlichen Flughafennähe abgesetzt wurden, war ich sehr froh. Auch als ich erst nach einer sehr verschlungenen dreistündigen Bergfahrt um zwei Uhr Früh im Hotel Alianthos Garden in Plakias ins Bett fiel.


ImageParty VS Entspannung
Kreta kann man für die verschiedenen Urlauber- Typen halbieren. Der Norden ist für das Partyvolk mit vielen Clubs und guten Bars in Heraklion und Rethymno gemacht, der Süden für den entspannten Strandurlauber, der sich das Badetuch nicht mit dem Nachbarn teilen will. Denn, und das ist das Besondere an Kreta: durch die schroffe Felsenküste und das tausend Meter hohe Aida Gebirge im Zentrum der Insel ist der Aufbau eines Massentourismus, überbevölkerten Stränden oder kilometerlangen Touristenburgen nicht möglich.
Gerade deswegen hat sich in den letzten Jahren auch ein florierender Agrotourismus entwickelt, der folgendermaßen funktioniert: Bauern stellen renovierte Bauernvillen ihren Gästen zur Verfügung, die im Gegenzug für ihre Unterkunft, bei der Wein- oder Olivenernte mithelfen. Und keine Angst vor gefährlichen Düngemitteln, die meisten Bauern haben sowieso schon auf ´Bio´ umgestellt.


ImageLuxus statt Bio-Ernte
Wer nicht ´Bio´, sondern Luxus bevorzugt, wird sich in Chania´s Fünf Sterne Palais Casa Delfino wohl fühlen.
Den Palast von Knossos oder den längsten Palmenstrand Europas - Vai Beach - erreicht man dann doch am besten mit einem gemieteten Auto statt auf dem Rücken eines Esels. Führerscheinanfänger und unter 21? „No probleeem!“, rief mir der Autovermieter entgegen und schon tuckerte ich los. Kleinautos mit Klimaanlage und Vollkasko bekommt man bereits für 170 Euro pro Woche.


ImageBudget?
Ein größeres Budget sollte doch für Kaufräusche vorhanden sein, da man es entweder in den kleinen Boutiquen und Schuhgeschäften in Rethymno oder zahlreichen Tavernen mit hervorragender Küche (ausgenommen sind die Touristen- Lokale in den Innenstädten von Chania, Heraklion und Rethymno) braucht.

Und noch etwas: Kreter sind die Jamaikaner Europas. Jedenfalls wenn es um Gemütlichkeit geht. Im Gegensatz zu anderen, eher hektischen Südeuropäern, umgibt sie eine stoische Ruhe, die sie mit ihren knorrigen Olivenbäumen teilen. Und das ist vielleicht auch das Beste an einem Urlaub auf Kreta, denn Zeit spielt hier keine Rolle. Spätestens wenn man aus dem Flugzeug steigt, der Koffer Dank der berühmten griechischen Organisationsmentalität zwei Stunden auf sich warten lässt und der nette Taxifahrer lächelnd wartet, merkt man, dass man wieder auf Kreta ist.


Hilfreiche Links:
Projekt Agrotourismus: 
http://www.crete.tournet.gr/agrotourism-en.jsp
Link zu Plakias:
http://plakias.net
Bilder von Kreta für Webtipp:
http://www.kreta-impressionen.de/

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