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God of War III PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Christoph Stachowetz   
17.03.2010
Copyright - gamernode.comPlattform: PS3
Altersfreigabe (PEGI): 18+
Spieler: 1
Erscheinungsdatum: 19.03.2010
Homepage: www.godofwar.com

Lange Jahre mussten Playstation 3 Besitzer auf einen eindeutigen Kaufgrund für das mehrere hundert Euro teure Next-Generation-Gerät warten, nun endlich liefert Sony mit beständiger Regelmäßigkeit Spielehits am laufenden Band. Mit dem lange ersehnten Abschluss einer gefeierten und millionenfach verkauften Trilogie feiert Protagonist Kratos im kürzlich erschienenen God of War III seine gloriose und blutige Rückkehr.






Copyright - Sony



Das Entwicklerstudio Sony Santa Monica hat bisher wahrlich sowohl spielerisch als auch rein optisch bei jedem Teil der God of War Reihe eins drauf gesetzt: Wo das erste Abenteuer des Spartaners noch mit einem Kampf gegen eine dreiköpfige Hydra auf hoher See einen epischen Einstieg in die blutige Geschichte einläutete, wurden bereits zwei Jahre danach im Sequel die Grenzen derselben Plattform, der Playstation 2, ausgelotet. Auch dort wurde der mittlerweile zum Markenzeichen der Serie avancierte, epische Einstieg in die Story zum umwerfenden Erlebnis: Kein geringerer als der Koloss von Rhodos selbst stellt sich dem Kettenschwerter-schwingenden Hauptcharakter Kratos in den Weg.



Copyright - Sony



Bei God of War III wurde noch mal kräftig an den Daumenschrauben der Entwickler gedreht, um die technischen Fähigkeiten der PS3 auszunützen und natürlich dem Titel den selben umwerfenden Touch seiner Vorgänger zu verleihen – was angesichts des hohen Erwartungsdrucks der wartenden Spieler, der unbarmherzigen Presse und der Gamingindustrie klarerweise kein leichtes Unterfangen war.



Copyright - gamekyo.com



Nach einer kunstvoll gestalteten, jedoch für Nicht-Kenner der Vorgängerteile wahrscheinlich etwas zu radikal zusammengefassten Hintergrundgeschichte wird Kratos in gewohnter Pose am Startbildschirm präsentiert: Mit wütendem Gesichtsausdruck und direkt in die Kamera starrenden Blick begrüßt der „Ghost of Sparta“ den Spieler.



Copyright - andriasang.com



Besonders beeindruckend erscheinen die zahlreichen Details, welche nur den ersten Vorgeschmack auf die kommenden Spielstunden sind: Von der bekannten Narbe auf der rechten Gesichtshälfte über die einzelnen sichtbaren Poren der Haut bis hin zum fast erschreckend realistischen Fletschen der Zähne wird hier die tatsächliche Spielgrafik vorgeführt.



Copyright - andriasang.com



Das Gesetz der Fortsetzung, demnach jeder kommende Teil nochmals in allen Belangen den Vorgänger zu übertreffen hat, wurde auch in God of War III angewandt: Das Aufeinandertreffen der Titanen auf die antiken Götter, welches Kratos am Ende des Vorgängers ermöglichte, konnte natürlich rein auf die Story bezogen nur epochal ausgehen, die technische Brillanz stellt aber alles bisher dagewesene in den Schatten. Von fantastischen Kamerafahrten rund um die Gliedmaßen der gigantischen Kolosse bis hin zum eigentlichen Spielgeschehen, das anfangs noch auf deren Körperpartien ausgetragen wird, verspricht der Beginn bzw. das Ende von Kratos Rachefeldzug gegen Zeus eine optische Orgie der Superlative.



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Durchwegs bombastisch geht es auch weiter: mit verschiedenen Handlungsorten wie dem Tartarus oder der Stadt am Olymp beweisen die Entwickler zwar großes Geschick in Sachen Design, wahrlich erinnerungswürdige Lokalitäten wie etwa den Tempel der Pandora oder die Behausung der drei Schwestern des Schicksals vermisst man allerdings auf lange Sicht beim neuen Teil.



Copyright - Sony



Das Gameplay wurde kaum verändert: Bewegungsabläufe und Tastenkombinationen funktionieren ebenso hervorragend wie in den Vorgängern, einige neue Kampfvarianten werden etwa durch die „Grapple“-Funktion, also einem Heranziehen der Gegner mittels der Kettenschwerter, der Gegner-als-Rammbock-Nutzung oder dem fliegenden Wechsel zwischen den vier unterschiedlichen Hauptwaffentypen ermöglicht.



Copyright - Sony



Große Veränderungen bleiben allerdings aus, was vor allem Angesichts der mittlerweile starken Konkurrenz innerhalb des Genres dann doch etwas verwundert – Spaß macht das zugängliche und überschaubare Kampfsystem aber immer noch, kleine Designfehler wie das etwas mühsame Sekundärwaffenmenü sind nach kurzer Eingewöhnungsphase verzeihbar.



Copyright - Sony



Die größte Schwäche von God of War III ist erstaunlicherweise die Story. Zwar waren die Vorgängerteile nun auch nicht besonders subtil oder hinsichtlich des Hauptcharakters besonders tiefgründig, jedoch konnten sie in ihrer mythologischen Erzählweise und durch die hintergründigen Twists Millionen von Spielern weltweit begeistern.



Copyright - Sony



Beim epochalen Abschluss der Serie wurde etwas zu wenig Augenmerk auf die Geschichte gelegt, neben einigen Plot-Löchern werden Charaktere stereotyp gestaltet (Hera?!) sowie das Grundgerüst rund um den Rachefeldzug von Kratos zu wenig ausgebaut, andere Empfindungen als Wut oder Zorn sind beim Spartaner leider Mangelware trotz einiger Versuche. Zumindest wurde dieses Manko mit einigen großartigen Figuren samt fantastischer Synchronsprecherleistungen (herausragend: Rip Torn als Hephaestus, Clancy Brown als Hades und Kevin „TV-Herkules“ Sorbo als – logisch - Herkules!) jedoch so gut überdeckt, dass die Story mit einem zugedrückten Auge noch als ganz passabel gelten kann.



Copyright - Sony



Auch wenn die Handlung bis hin zum etwas unbefriedigenden Ende oder die schon fast comichaft überzogene Blutorgie des wutentbrannten Spartaners nicht jedermanns Sache sein dürfte, so kann die gesamte Präsentation – die wegweisende Optik, der orchestrale Soundtrack und die geniale Synchronisierung – sowie das ordentlich Gameplay auch Zweifler zurück auf die richtige Bahn bringen, den jeder PS3-Besitzer sollte zumindest die ersten Sequenzen von God of War III miterlebt haben.



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10/10

+ Setzt hinsichtlich der Präsentation (Technik, Art-Direction, Design) neue Maßstäbe
+ Anspruchsvolles und abwechslungsreiches Gameplay
+ Gegnervielfalt und Boss-Kämpfe bemerkenswert

- Story und einzelne Levelabschnitte weniger einprägsam als bei den Vorgängern
- Spielzeit mit knapp 10 Stunden etwas kurz geraten
- Zwei, drei kleinere Fehler/Glitches bei Sprungpassagen und Zwischensequenzen



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