| Christoph & Lollo – "Hitler, Huhn und Hölle!" |
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| Geschrieben von Peter Ehrenberger | ||
| 02.10.2007 | ||
Es war einmal ein Herr namens „Kazuyoshi Funaki“ und damit verbunden der Beginn der ruhmreichen „Schispringerlieder“. Kaum zu glauben, dass diese Zeit im fernen Jahr 95 war! Christoph & Lollo bei Christoph & Dirk Nach einem Gastspiel in Stermann und Grissemanns „Salon Helga“ erlangten die „Kabarettmusiker“ bald FM4-Berühmtheit. Schnell sammelte sich eine Fangemeinde die mehr wollte und sie bekam mehr – „Noch mehr Schispringerlieder!“ Auf dieser winterlustigen Schiene ließen Christoph & Lollo das Jahrtausend ausklingen. 2005 erschien dann der erste Longplayer, der sich anderen Themen widmete als Weihnachten und solettidünnen Luftakrobaten. ![]() Straßenmusiker „Trotzdemtrotz“ beantwortete Fragen zu Themen für die es bis dato keine Songs gab. Christoph erklärte uns, warum der Zivildienst echte Männer formt, die locker über Gefühle sprechen können, während sich andere neben ihnen erbrechen, gab Auskunft darüber, warum die Globalisierung eine fein durchdachte Sache ist und trotzdem nicht zum perfekten Glück der Global Players führen wird. Das Duo erläuterte warum man die Menschen im Fernsehen einfach hassen muss („Denn sie sprechen nur das Tiefste in uns an und mir wird so schlecht wenn ich’s in mir spür“) und stellte Talkshowmoderatoren und „sogenannte Psychologen“ an den Pranger. Das Album blieb dem musikalischen Stil seiner Vorgänger treu, legte aber einen nicht mehr erwarteten Themenpluralismus an den Tag – Sachen die uns alle etwas angehen, kombiniert mit den simpelsten Gitarrenmelodien die man sich vorstellen kann. Hitler, Huhn & Hölle Damit sind wir im Jetzt. Das neue Album des Wiener Duos knüpft nahtlos an die feine Kleinkunst seines Vorgängers an. Klavier und Flöte kämpfen zwar mutig gegen den wieder vorherrschenden Gitarrenminimalismus auf „Hitler, Huhn und Hölle“, aber die Machart der Songs ist dieselbe wie immer – simpel und direkt. Kurze Songs, drei Strophen lang, die abwechslungsreich unterhalten. Dementsprechend ist es auch schwer Anspieltipps zu finden. ![]() Das muss nicht peinlich sein! Christoph & Lollo ärgern sich wieder über Probleme von deren Existenz wir zum Teil nicht einmal wussten, sie aber nach hören der Scheibe garantiert haben werden. „Auf ihre dreckige Verschlagenheit sind sie wahrscheinlich stolz“ – gemeint sind die Blattläuse, jenes Insektengesindel das unsere Grünpflanzen dahinmordet und sich hinter ihren Busenfreunden den Ameisen versteckt, so wie es Türsteher hinter ihrer arroganten Borniertheit tun. Beide werden, geht es nach Christoph & Lollo, in der Hölle für ihre Taten schmoren. Man kann alles schönreden Vielleicht wären die beiden zynischen Musiker besser gelaunt, würden sie endlich „Sponsoren“ finden. „Wir sind ja schließlich Musiker – uns kann man einfach kaufen!“ – meint Christoph und macht keinen Hehl daraus, dass sich Meinungen (bei Christoph & Lollo) jederzeit mit ein wenig materieller Zuwendung ändern lassen. Das ist keine große Sache und geschieht jeden Tag auf der Welt, so wie auch schlechter Sex ständig passiert. Bei der Aufklärung von letzterem Thema hat die sexuelle Revolution unserer Elterngeneration in den Augen von Christoph & Lollo fast vollständig versagt. „Wir brauchen ein Lied für den missglückten Geschlechtsverkehr“ – und wenn wir schon dabei sind, dann auch über nicht oder unzureichend erigierte Penisse, prüde Menschen, trockene Vaginas und schmerzhafte Genitalbrüche, sowie über das Kondom, welches schnell zum trojanischen Pferd mutieren kann! Das klingt alles sehr trostlos, ist aber dank der augenzwinkernden Erzählart und Christophs schluchzenden Betonungen ein böses Hörvergnügen. Helden im Schatten der Öffentlichkeit Außerdem werden, abgesehen von beklagtem Leid, auch wieder Helden aus der zweiten Reihe geehrt. Waren es am letzten Album die Wehrdienstverweigerer, die ein Loblied (man könnte es fast schon Hymne nennen) erhielten, sind es diesmal die Hebammen, die im Kreissaal den Ärzten alle Mal die Show stehlen – „Es ist keine Frage, wer der Entbindungsprofi ist ...“ Fazit: 12 Lieder, vierzig Minuten tiefschwarzer Humor, Christoph & Lollo in gewohnter Bestform! Ah ja, der seltsame Albumtitel klärt sich natürlich auch im Lauf des Albums auf.
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Es war einmal ein Herr namens „Kazuyoshi Funaki“ und damit verbunden der Beginn der ruhmreichen „Schispringerlieder“. Kaum zu glauben, dass diese Zeit im fernen Jahr 95 war! 

